SIgi Müller ist tot.

Die ALS trauert um ihren Mitgründer und ersten Stadtrat

Im Jahr 1989 war Sigi eines der Gründungsmitglieder der ALS – Alternative Liste Schongau. Hier hatte sich eine Gruppe zusammengefunden, die nicht mehr bereit war, den scheinbar festzementierten Konservatismus in der Schongauer Stadtpolitik zu akzeptieren. Sigi und die anderen ALSler der ersten Stunde dachten anders und waren anders. Da es niemanden gab, der sie politisch vertrat, wurden sie selbst aktiv. Bereits bei der folgenden Kommunalwahl 1990 wurde Sigi Müller in den Stadtrat gewählt. Als einziger ALSler. Dies stieß auf entschiedene Ablehnung der etablierten konservativen Kräfte. Sigi Müller wurde von politischen Gegnern als „Extremist“ beleidigt, persönlich und privat angegriffen und seine politischen Vorschläge wurden allzu oft grundsätzlich abgelehnt. Manchmal einfach nur, weil sie von ihm kamen.

Aber Sigi Müller kämpfte und er hielt durch, verdiente sich mit seiner aufrechten Art und vernunftbasierten Politik fern jeder Parteilinie Anerkennung. Er erreichte neben vielen neuen Denkanstößen, die er setzen konnte und deren Wirkung sich zum Teil erst später entfalten konnten, auch große handfeste Erfolge: Allen voran ist hier sicher die Einführung des Schongauer Stadtbusses zu nennen, die auf eine Initiative Sigi Müllers zurückgeht.

Was Sigi Müller in dieser Zeit geleistet hat, ist heutzutage nur noch schwer zu erahnen. Heute, da im Stadtrat seit vielen Jahren meist ein Geist des Miteinanders herrscht, da Parteigrenzen bei Diskussionen im Stadtrat nur selten eine Rolle spielen und persönliche Beziehungen im Gremium davon ohnehin frei sind. Sigi Müller hat großen Anteil an dieser positiven Entwicklung. Sein politisches Wirken wirkt so bis heute nach.

Sigi setzte sich stets für benachteiligte Menschen, für die Umwelt, für gesellschaftliche Solidarität und für ein gerechteres Wirtschaften ein. Sigi Müller vertrat die Inhalte der Gemeinwohlökonomie bereits, als diese noch gar nicht so genannt wurden. Er hatte stets ein offenes Ohr für die Wünsche und Sorgen der Bürger, war im besten Sinne ein Volksvertreter.

Erst 2008, also nach 18 Jahren erhielt Sigi durch die Wahl seiner Tochter Nina Konstantin zur Stadträtin Unterstützung im Stadtrat. Später kamen weitere ALS-Stadträte dazu, bis sich Sigi 2020 endgültig aus dem Stadtrat zurückzog.

Sigi war ein höchst anregender Gesprächspartner, der lange und ruhig zuhörte um dann durchdacht und oft tiefsinnig zu antworten. Sigi war witzig, musikalisch, immer offen für neue Ideen, verlässlich, freundlich, intelligent und total nett.

Er war ein wahrhaft großer Schongauer, dem unsere Stadt viel und die ALS alles zu verdanken hat. Wir werden ihn nie vergessen und seine Ideale weiter in die Stadtpolitik Schongaus einbringen.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau Renate und seiner ganzen großen Familie.

Servus Sigi, vielen Dank für deinen großartigen Einsatz!

Gregor Schuppe für die ALS- Alternative Liste für Schongau

Foto: BSE-Pictures