Yannik Bikker, ein 15jähriger Schüler stellte folgenden Antrag an den Stadtrat: Filmberichterstattung über die Stadtratssitzungen über das Internet (Youtube). Die Alternative Liste vertreten durch Nina Konstantin zeigte Verständnis für das Anliegen, den Bürgern die Möglichkeit zu geben, Sitzungen im Internet zu verfolgen. Dieses Recht sollte jedoch nicht an eine Privatperson vergeben werden. Die Stadt sollte selber filmen und die Aufzeichnungen auf der städt. Homepage für die Öffentlichkeit zur Verfügung stellen um sie dann nach einiger Zeit (z. B. nach einer Woche) wieder zu löschen. Politisch interessierte Bürger, denen es aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist, dienstags um 19.00 Uhr ins Rathaus zu kommen hätten somit die Gelegenheit, Sitzungen im Internet zu verfolgen. Auch Jugendliche könnten somit erreicht werden, ergänzte Stadträtin Ilona Böse (SPD). Der Antrag von Yannik Bikker wurde mit 17:3 Stimmen abgelehnt.
Aus Gesprächen mit Anwohnern der Lechvorstadt und anderen Schongauern konnte ich entnehmen, dass sie eher Asylbewerber-Familien im ehemaligen Forstamt akzeptieren würden. Die Alternative Liste sähe auch den Vorteil der Nähe zu Schule, Kindergärten und Ärzten. Wenigstens für Familien sollten diese Einrichtungen relativ einfach zu Fuß zu erreichen sein. Nach Auskunft von Herrn Schelter (Regierung von Obb.) ist dies jedoch nicht möglich, da sie bei der Belegung von Asylbewerberheimen auf eine ausgewogene Mischung (Familien Alleinstehende, Männer/Frauen) achten müssten.
Nina Konstantin
Schlagwort: Asyl
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Ratssitzungen im Internet und geplantes Asylheim
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Mögliche neue Unterkunft für Asylbewerber: Blinde Feindseligkeit
Seht ihr’s nicht oder wollt ihr’s nicht sehen? Das sind Geschichten wie sie das Leben schreibt – wahre Drehbücher für Polt-Sketche! Das ungläubige Lachen bleibt einem im Halse stecken: Blinde Feindseligkeit gegenüber Asylbewerbern auf der ersten Seite, lobende Berichte über die Schulaktion der Stiftung Scheuklappen auf der dritten. Die Mittelschule Schongau sei „genau der richtige Ort für die Eröffnung der Aktionswoche“ mit einem „bunten, umfangreichen Programm zum Thema Völkerverständigung und Abbau von Vorurteilen“. Wäre nicht Schongaus „beliebtestes Wohngebiet“ ideal gewesen, dessen Bewohner sich verängstigt gegen den Zuzug von Asylsuchenden zusammenrotten? An wem werden sich z. B. Schulkinder aus der Lechvorstadt orientieren: an dem ambitionierten Kulturprogramm oder an der Abwehrhaltung ihrer Mitbürger? Und wie fühlt sich wohl ein Schulkind aus dem verdrängten Asylantenheim in dieser verlogenen Gesellschaft?
Bettina Buresch
