Schlagwort: Energie

  • Schongau und die Fernwärme

    Neuerungen

    Aufgrund verschiedener Ursachen (gesetzliche Änderungen, geänderte Erzeugung der Fernwärme) muss die Kostenberechnung des Fernwärmepreises reformiert werden. Die Stadtwerke führen eine Preisgleitklausel ein. Diese setzt sich aus dem Grundpreis (Kosten der Stadt für Personal, Netzunterhalt, …) und dem Arbeitspreis (Kosten für den Wärmebezug) zusammen und bildet eine Preisobergrenze. Diese liegt bei 133,64€/MWh. Die Stadt Schongau darf KEINEN GEWINN mit der Fernwärme machen. Es werden nur die realen Kosten weitergegeben.

    Preisentwicklung
    Es stimmt natürlich, dass der Fernwärmepreis in den letzten 12 Monaten enorm gestiegen ist. Grob
    gesagt, kann fast von einer Vervierfachung des Preises ausgegangen werden. Allerdings ist der Preis
    für die Fernwärme im Vergleich zur Energiequelle Gas noch immer VIEL günstiger. Wir haben in
    Schongau das große Glück, einen Erzeuger haben, der die Fernwärme zu fairen Preisen abgibt. Mit
    der Aufhebung der Mindestabnahmemenge für Fernwärme können alle Energiesparfüchse ihren
    Fernwärmeverbrauch nun soweit senken, wie sie es möchten oder können.
    Versorgungssicherheit
    In Zeiten wie diesen ist die Versorgungssicherheit neben dem Preis der große Pluspunkt der
    Fernwärme. Da die Wärme neben Gas mit Holzresten und Abwärme aus der Papierproduktion
    erzeugt wird, ist die Erzeugung unabhängig von politischen Faktoren. Sollte Deutschland wirklich in
    eine extreme Gasmangellage kommen, kann der Holzanteil erhöht werden und die Fernwärme
    somit weiterhin dauerhaft garantiert werden.
    Umweltfreundlichkeit
    Die Erzeugung der Fernwärme in der Papierfabrik ist äußerst effektiv. Da nur an einer Stelle sehr
    viel Wärme erzeugt wird, fallen Verluste durch die weit weniger effektive Erzeugung in hunderten
    einzelnen Haushalten weg. Die Verwendung von Holzabfällen und natürlich der Abwärme aus der
    Papiererzeugung ist äußerst nachhaltig.
    Fazit
    Wir haben in Schongau mit dem Fernwärmesystem wirklich großes Glück. Es ist ein echter
    Standortvorteil, der in energiepolitischen Krisenzeiten wie diesen immer noch mehr an Bedeutung
    gewinnt.
    Aus der Sicht der ALS sollte alles versucht werden, die Fernwärme
    zukünftig in allen Stadtteilen Schongaus anzubieten.
    Foto: Stadt Schongau

  • Klimaschutzziele der ALS:

    Bauen & Wohnen

    • Der Passivhausstandard wird der Energiestandard für alle städtischen Baumaßnahmen.
    • Bevor man neu baut, wird versucht, Gebäude zu sanieren und zu erhalten.
    • Bei Baumaßnahmen wird auf das Recycling der Baustoffe geachtet.
    • Innenentwicklung statt Ausweisung neuer Wohn-/Industriegebiete.
    • Leerstände werden flächendeckend erfasst.
    • Es wird mehr in die Höhe gebaut und Flächen eingespart.
    • Der Bereich des alten Lechs muss vor weiterer Bebauung freigehalten werden.

    Energie

    • Alle möglichen Energieeinsparmaßnahmen werden in allen Bereichen städtischen Handelns ergriffen.
    • Das Fernwärmenetz wird weiter ausgebaut und intensiv beworben.
    • Im Umkreis des Bauhofes wird ein Nahwärmenetz etabliert.
    • Alle städtischen Gebäude werden erneut daraufhin untersucht, ob sie für den Einsatz von Solarenergie geeignet sind.
    • Das Verbot von Solarenergie in der historischen Altstadt wird neu diskutiert.

    Verkehr:

    • Das „System Stadtbus“ wird grundlegend neu überprüft: Genügt der jetzige Fahrplan, das Preisniveau sowie das Ticketmanagement noch den aktuellen Bedürfnissen?
    • Es werden Fahrradwege, Fahrradschutzstreifen und evtl. Fahrradstraßen eingerichtet.
    • Der automatische Vorrang des Autoverkehrs wird bei allen Straßenbaumaßnahmen hinterfragt. Die Bedürfnisse von Radfahrern und Fußgängern werden als wesentliche Elemente der Planung berücksichtigt.

    Natur:

    • Alle waldbaulichen Maßnahmen im Stadtwald dienen der Erhöhung der Artenvielfalt und der Stärkung der Lebensräume.
    • Für gefällte Bäume sind Neupflanzungen vorzunehmen.
    • Privatpersonen werden bei der Pflege von ortsbildprägenden Bäumen auf ihren Grundstücken unterstützt.
    • Eine Baumschutzverordnung wird eingeführt. Das Stadtmauerumfeld wird als Parkanlage gesehen und entsprechend behandelt. Baumfällungen werden vermieden.
    • Wiesen und Grünstreifen werden seltener gemäht und wenn möglich als Blühstreifen bepflanzt.
    • Die nächtliche Beleuchtung der Stadt wird auf das unbedingt notwendige Maß reduziert. Wo möglich, werden Lampen mit Bewegungssensoren installiert.