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  • Stadtrat lehnt Antrag auf Fußgängerzonen-Öffnung einstimmig ab

    Stadtrat lehnt Antrag auf Fußgängerzonen-Öffnung einstimmig ab

    Erst im Herbst 2019 wurde ein Antrag der Werbegemeinschaft zur halbseitigen saisonalen Öffnung diskutiert und abgelehnt. Umso mehr erstaunt war die ALS-Fraktion über folgende Bitte:

    Herr Repper und Herr Völk forderten durch eine Eingabe an den Stadtrat die sofortige Aufhebung der „lächerlichsten Fußgängerzone Oberbayerns“. U. a. mit der Begründung: „Corona habe mehr als deutlich gezeigt, wie wichtig und unverzichtbar Drive-in-Lösungen und direkte Kundenparkplätze und Anfahrtsmöglichkeiten sind.“

    Bürgermeister Sluyterman erwähnte das Einzelhandelskonzept von Herrn Dr. Haider, in dem u. a. darauf hingewiesen wird, dass die Parkplätze nicht das Problem sind. Außerdem führe jede Diskussion zu einem Imageverlust.

    Herr Hefele erläuterte, dass die Stadt Schongau bei einer Öffnung Fördergelder von ca. 176.000 Euro zurückzahlen müsste.

    Dieser Tagesordnungspunkt wurde daher sehr schnell abgehandelt und es gab nur vereinzelte Wortmeldungen – Stadtrat und Bürgermeister waren sich einig:

    Schongaus kleine „Fußgängerzone“, oder besser gesagt Schongaus verkehrsfreier Marienplatz, bleibt – sehr zur Freude der ALS.

    Nina Konstantin

  • Ist die Altstadt nur als Einkaufsviertel attraktiv?

    Nun haben wir sie also tatsächlich doch noch bekommen, unsere Fußgängerzone rund um den Marienplatz. Und schon hagelt es Kritik und Skepsis in Internet-Kommentaren. Vor allem die fehlenden attraktiven Geschäfte werden da als Grund angeführt, nicht in die Altstadt zu gehen (wobei die meisten sicher fahren meinen).

    Wenn ich mich zurückerinnere, war mein Grund »in die Stadt zu gehen« schon als Kind und Jugendliche, Freunde zu treffen. Entweder hatten wir ein Treffen dort ausgemacht oder man ging einfach so mal auf den Marienplatz, um zu schauen, wer da so war. Rund um den Marienbrunnen war immer ein Treffpunkt für junge und auch ältere Schongauer. Und das soll das Zentrum eines Ortes meiner Meinung nach auch vorrangig sein. Deshalb sind die Cafés, Eisdielen, Gaststätten, Kneipen hier auch so besonders wichtig. Und wer kein Geld ausgeben kann oder will, kann es sich jetzt auch unter den großen Sonnen- bzw. Regenschirmen bequem machen.

    Ich hatte mir in den vergangenen Jahren eher abgewöhnt, einfach mal so in die Stadt zu gehen. Mit Kindern war mir das einfach zu stressig, weil man dauernd aufpassen musste, dass sie nicht nicht unter die (Auto-)Räder kommen. Auch die Freischankflächen, die das Stadtbild positiv beeinflussen, haben mich nie dazu verleitet, sie zu nutzen. Direkt neben der Fahrbahn zu sitzen, empfinde ich als sehr unangenehm.

    Durch die einladende Fußgängerzone habe ich mir nun vorgenommen, die alte Gewohnheit wieder aufleben zu lassen. Ich habe dort auch schon alte Bekannte getroffen, die den gleichen Vorsatz gefasst haben. Und ich hatte auch schon eine sehr interessante, lange Unterhaltung mit einem Autofahrer, den ich darauf aufmerksam gemacht habe, dass er gerade durch eine Fußgängerzone gefahren ist und dort jetzt auch verbotenerweise parkt.

    Natürlich habe ich bisher auch gezielt in einigen Altstadtgeschäften eingekauft, aber wenn ich mich nun wieder öfter im Zentrum aufhalten werde, wird da sicher noch der ein oder andere Gelegenheitskauf dazukommen.

    Renate Müller

  • Chance vertan?!

    Unter dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ verkündete Bürgermeister Sluyterman in der Stadtratssitzung vom 23.6.2015 den Termin für die seit langem erwartete „Ideen- und Bürgerwerkstatt“ zur Ausgestaltung der Fußgängerzone am Marienplatz. Diese findet am 30.07. von 18.00 bis 21.00 Uhr im Ballenhaus statt. So weit, so gut.

    Als er aber im nächsten Atemzug verkündete, dort werden die Ergebnisse des eingeschalteten Planers präsentiert (und diskutiert), war klar, dass in Schongau mal wieder ein Projekt von großem öffentlichen Interesse falsch angegangen wurde. Bürgernähe ist ein großes Wort, es mit Leben zu füllen, ist hier offensichtlich nicht gelungen.

    Grundsätzlich ist es natürlich gut und richtig, eine öffentliche Ideenwerkstatt durchzuführen. Allerdings muss dieses Einbinden der verschiedenen Meinungen und Ideen doch am Beginn der Planung stehen!!! Erst danach sollten dann Fachplaner beauftragt werden, die präsentierten Vorschläge mit ihrem fachlichen Wissen zu verbinden und eine für Schongau passgenaue Planung auszuarbeiten.

    Schade, gerade bei diesem seit Jahrzehnten heiß debatierten Thema hätte man die Bürger von Anfang an mit ins Boot holen sollen. Hoffen wir auf das nächste Projekt.