In der Stadtratssitzung vom 8. Dezember 2020 wurde diese Frage aufgrund eines Antrags eines Stadtratsmitglieds diskutiert. Im Antrag wurde folgender Beschluss vorgeschlagen:
Schnellstmöglich einen Stadt- und Wirtschaftsförderer*in einzustellen,
die Stelle aus dem Stellenplan 2020 in die den Stellenplan 2021 und Folgejahre zu übernehmen,
die Mittel im Haushaltsplan 2021 und Folgejahre bereitzustellen und
das konkrete Aufgabenprofil durch ein Arbeitsgruppe herauszuarbeiten.
Die bisherigen Fakten dazu sind:
Der vorherige Stadtrat hatte schon im Zuge des ISEKs (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) beschlossen, diese Stelle wieder zu besetzen, und dies sogar mit hoher Priorität.
Bislang gab es drei Personen, die diesen Posten innehatten. Die Erfahrungen dazu waren sehr unterschiedlich.
Die Finanzlage der Stadt durch die wirtschaftliche Situation in Zeiten von Corona erfordert eine sehr überlegte Vorgehensweise, welche Projekte wann durchgeführt werden sollen.
In der Stadtratsdiskussion wurden auch alle diese Themen angesprochen.
Unser Vorschlag für eine etwas geänderte Vorgehensweise war, zuerst genau zu analysieren, welche Aufgaben für dieses Stellenprofil in Schongau Sinn machen und die Position erst danach in den Stellen- und Haushaltsplan einzustellen. Deshalb haben wir auch dem ursprünglichen Antrag so nicht zugestimmt.
Nicht nur die schwierigen finanziellen Zeiten sondern auch die Erfahrungen mit den früheren Besetzungen der Stelle sollten unserer Meinung nach zu einer anderen Vorgehensweise führen. Speziell Projekte zur Tourismus- oder Wirtschaftsförderung sollten in Zukunft mehr nach der Wirkung der eingesetzten Investition – dem Return-on-Investment – beurteilt werden.
In seiner letzten Sitzung hat der Stadtrat beschlossen, dass der Stadtbus am Samstag weiterhin kostenlos genutzt werden kann.
Die ALS stellte zu Beginn der Sitzung den Antrag, dieses Thema öffentlich zu behandeln. Aufgrund von Vertragsangelegenheiten musste der Tagesordnungspunkt jedoch – wie vorgesehen – nichtöffentlich abgestimmt werden. Im Anschluss wurde das Ergebnis der Öffentlichkeit mitgeteilt.
Auch die Fahrt morgens zum ersten Zug um 5.30 Uhr bleibt in Kooperation mit dem RVO bestehen.
Aufgrund von Gesprächen mit Gastronomen hatte die 2. Bürgermeisterin Daniela Puzzovio unter dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ der Stadtratssitzung am Dienstag, 27.10.20 den Vorschlag gemacht, die Nutzung der Freischankflächen über den 31. Oktober hinaus zu erlauben.
Der Stadtrat beschloss daraufhin einstimmig, dass Freischankflächen auf Antrag bis Ende des Jahres genehmigt werden.
Einen Tag später wurden von der Bundesregierung die neuesten Corona-Maßnahmen beschlossen. Leider muss die Gastronomie ab 2. November vorerst wieder komplett schließen und der als Unterstützung für die Gastronomie gedachte Beschluss läuft ins Leere.
Hochkarätig besetzter Abend zur Zukunft des Wohnens findet große Resonanz
Mehr als 120 Interessierte kamen ins Ballenhaus, um sich über Aspekte der Zukunft des Wohnens zu informieren. Unsere Bürgermeisterkandidatin Daniela Puzzovio moderierte den Abend souverän. Als Hauptrednerin konnten wir Christine Degenhart, die Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer begrüßen. In ihrem kurzweiligen Vortrag beleuchtete sie, welchen Beitrag die Architektur zur weiteren Entwicklung ländlicher Kommunen wie Schongau leisten kann.
„Entwickeln Sie zuerst innerhalb der bestehenden Bebauung, bevor Sie neue Wohngebiete erschließen“, riet Degenhart. Dies könne durch behutsame Modernisierungen im Bestand, durch Aktivierung von Leerstand oder nachverdichtendes Bauen in bestehenden Siedlungen geschehen. Die Stadt solle aktiv eingreifen, etwa indem sie leerstehende Gebäude ankaufe oder Besitzer von größeren Grundstücken direkt anspreche. Barrierefreies Bauen werde zukünftig noch wichtiger und sei auch in denkmalgeschützten Ensembles möglich, so Degenhart. Fotos zahlreicher gelungener Planungen veranschaulichten ihre Worte.
Der Schongauer Architekt Konrad Knoll betonte in seinem Vortrag, dass sich die Qualität der öffentlichen Plätze und Anlagen verbessern muss, wenn man innerhalb der Wohnbebauung Fläche einsparen wolle. Wie Degenhart monierte auch Knoll den Flächenfraß der Gewerbegebiete an den Rändern Schongaus. Seine Idee: Warum nicht die Supermärkte stapeln? Versehen mit dem passenden Parkhaus und Aufzuganlagen könnte so massiv wertvoller Boden eingespart werden. Sein Plädoyer für den Erhalt der Bäume im Schongauer Stadtpark – so nannte er die Grünanlagen rund um die Stadtmauer – erhielt viel Beifall.
Der Gemeinwohl-Experte Jörn Wiedemann stellte sich anschließend der Frage, wie der Traum vom Traumhaus künftig aussehen kann. „Das Einfamilienhaus mit großem Garten wird es eher nicht mehr sein“, meinte er. Er wünschte sich Offenheit für Tiny Häuser, genossenschaftliches Wohnen, Mehrgenerationenhäuser oder die Kombination von Wohnen und Gewerbe. Mit einer schlüssigen Matrix und frappierenden „So-Nicht-Bildern“ entwickelte er sein Schlusscredo: „Mit den Ideen von Gestern werden wir die Herausforderungen von Morgen nicht lösen“.
Speziell zu den Tiny-Häusern informierte dann der Architekt Sebastian Böse. Unlängst war ein von ihm geplantes Tiny-Haus im Bauausschuss der Stadt auf große Zustimmung gestoßen. Bei der Ausarbeitung oder der Überarbeitung von Bebauungsplänen müsse diese Wohnform künftig berücksichtigt werden. Sie findet immer mehr Anhänger und könne zum Flächensparen beitragen.
Der Schongauer Passivhaus-Planer Florian Lang stellte abschließend die energetischen Aspekte des Bauens vor. Er zeigte, dass Passivhäuser nur beim Bau höhere Kosten verursachen, aber über den Lebenszyklus des Hauses hinweg viel billiger sind als bisherige Energieeinspar-Modelle. Passivhäuser brauchen so gut wie keine externe Energie mehr. Dadurch leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Bei der Energieeinsparung liege das größte Potenzial in der Altbausanierung, erklärte er im Gespräch.
Nach den Vorträgen trafen die angebotenen persönlichen Diskussionen mit den Referenten ebenfalls auf reges Interesse der Teilnehmer. Noch lange blieben die Zuhörer im Gespräch mit den Experten. „Es wird sich vieles ändern müssen“, resümierte eine Besucherin die Stimmung.
Nach den Impulsvorträgen der Experten, nutzten viele Besucher noch die Gelegenheit, in Kleingruppen mit den Referenten ins Gespräch zu kommen. Die folgenden Inhalte wurden dabei stichpunktartig festgehalten:
Florian Lang: Muss Schongau den Klimanotstand ausrufen?
Fragen an Florian Lang:
Brauche ich für die Renovierung eines 2-Familien Wohnhauses zum Passivstandard unbedingt eine Steuerung ähnlich Smart-Home Elektronik? Nein, nicht zwingend, aber eine steuerbare Lüftung wäre das Mindeste für das Gelingen. Mit einer zusätzlichen PV Anlage wäre die Energieeinsparung deutlich besser. Wer diese in Zukunft optimal ausnützen will und damit z.B. auch ein Elektroauto laden will, sollte für das Laden der verschiedenen Verbraucher eine Programmierung nach Smarthome Technik einbauen, das ist die Zukunft.
Darf ich in mein Haus mit automatischer Lüftung noch ein Fenster öffnen? Ja, das ist eine Anforderung aus Komfortgründen. Seine eigene Erfahrung ist, dass es in der Küche notwendig und sinnvoll ist, im Bad dagegen kaum mehr nötig ist, Fenster zu öffnen.
Gibt es, wenn Miteigentümer einer WEG sich weigern ein Gebäude außen zu dämmen auch Konzepte, bei denen man mit Innendämmung eine energetische Sanierung schafft? Ja, die gibt es! 70% des Energieeinsparpotentials liegt in der Sanierung von Altbauten
Kann man an ältere PV anlagen Speicher dazu bauen, wenn man nicht mehr einspeisen will? Ja, aber es braucht zwischengeschaltet einen Wechselrichter.
Christine Degenhart: Brauchen wir in SOG Hochhäuser?
Diskussionsergebnisse:
Potentiale erkennen (Wo kann ich nachverdichten? Analysieren!)
Beratungen von Städteplanern – Versierte Stadtplaner suchen (z. B. Liste auf der Homepage der Bayerischen Architektenkammer, Homepages der Stadtplaner anschauen)
Gute Regisseure finden! (Tiny houses, Geschosswohnungsbau – verschiedene Haustypen)
Flächenfraß: Stadtentwicklung mehr Verkehr – mehr Autos, weil mehr Häuser
Flächen entsiegeln! Gewerbebauten mit zusätzlichen Stockwerken, Kommune baut Wohnungen darauf? Anreize schaffen! Gewerbegebiete: urbanes Wohnen-Sozialer Wohnungsbau, für alle: vom Single bis zum Senioren, barrierefrei!
Graue Energie bedenken/berücksichtigen, Statik der Häuser ertüchtigen!
Alte Bauten/Gewerbebauten: Stockwerke mit Holz-Leichtbau draufsetzen! Wg. Statik!
Dächer „beleben“, städt. Initiative-Mehr „Grün“ für die Häuser, z.B. Dach mit Hochbeeten
Städt. Wohnungsbaugesellschaft gründen „Quartiersfahrzeuge“ für bestimmte Wohngebiete (Car sharing)
guter Stadtbus ist wichtig, erspart u.a. Stellplätze für Mieter!
Projektgruppe „Pro Senioren“ (vgl. in Rosenheim, AK neue Wohnformen),
Vernetzung!
Altersvorsorge durch flexible Häuser (Bauweise für alle Lebenslagen, Abtrennung von Einliegerwohnungen etc.)
Modulbauweise vgl. Projekt Blumenschule Schongau
Barrierefreier Bahnhof in SOG?, Ansprechpartner: Hr. Josel (DB Bayern), Behindertenbeauftragter der Bundesregierung
Anbindung der neuen Wohngebiete durch unterschiedliche Maßnahmen (Radwege, Buslinien, Bahn)
Wovon sind Bauzeiten abhängig?(Zusammenspiel Bauherr/Architekt, komm. Vorgaben, Bebauungsplanänderungen, LRA: Personalmangel)
Konrad Knoll: Ich sehe was, was du nicht siehst
Diskussionsergebnisse:
Bürger beteiligen!
Bäume spenden Schatten
Baumverordnung zu streng
Unvorstellbar: Wenn die Bäume am Sonnengraben weiterhin gefällt werden
Bäume erhalten: Demonstration?
Sebastian Böse: Warum Tiny Houses zur Zeit „in“ sind?
Diskussionsergebnisse auch mit Frau Degenhart:
Wären Tiny Häuser auf Campingplätzen möglich?
Wer braucht so etwas?
Ist für Schongau-Nord etwas bzgl. Tiny-Häusern geplant?
Aussagen von Frau Degenhart dazu:
Tiny Houses: Experimentieren auf Problemflächen (z. B. Bahnlinie in der Nähe)
Tiny Houses: als Lückenfüller, Sonderformen mehr Raum geben!
Am Mittwoch, 29. Januar 2020, lädt die ALS – Bunte Liste für Schongau zu einer Informationsveranstaltung über zeitgemäßes und innovatives Bauen und Wohnen ein.
„Zukunft
des Wohnens in Schongau“ ist der Titel der Veranstaltung, die um
19 Uhr im Ballenhaus Schongau beginnt.
Als
renommierte Expertin konnte die Präsidentin der Bayerischen
Architektenkammer, Christine Degenhart aus Rosenheim, gewonnen
werden. Weitere Referenten sind die Architekten Konrad Knoll und
Sebastian Böse aus Schongau, der Holzbauingenieur und
Passivhausplaner Florian Lang, ebenfalls aus Schongau und der
Unternehmer und Gemeinwohl-Experte Jörn Wiedemann aus Prem.
Der
Eintritt für diese Veranstaltung ist frei.
Impulse für künftiges Bauen und Wohnen in Schongau werden u. a. durch flächensparende Siedlungsentwicklung, innovative Wohnformen, ressourcenschonende Bauformen, ein attraktives Wohnumfeld, die Einbindung von Betroffenen und gute Beispiele aus anderen Städten gegeben.
Die ALS tritt bei der kommenden Wahl erstmals als eigenständige Liste an und braucht deshalb Unterstützerunterschriften.
Näheres hier auf dem Infoblatt.
Unsere ALS-Mitglieder Daniela Puzzovio und Irmgard Schreiber-Buhl kandidieren für den Kreistag auf der Liste der Unabhängigen. Die Unabhängigen brauchen auch Unterstützerunterschriften. Die Listen hierfür liegen ebenfalls im Rathaus Schongau aus.
Ergänzend hier noch die Öffnungszeiten des Schongauer Rathauses: