Mit dem Beschluss, das Schulzentrum umzubauen bzw. zu erweitern, war im Grunde klar, dass man den bestehenden Baumbestand nicht würde erhalten können. Es wird ja nicht nur zusätzlicher Grund bebaut, sondern es werden auch zahllose Leitungen verlegt, wobei unweigerlich gegraben und Wurzelwerk beschädigt wird. Zudem werden die Abrissarbeiten und das Aufstellen von und das Befahren mit schweren Maschinen nicht ohne negative Folgen für das vorhandene Grün bleiben.
An der generellen Entscheidung für den Schulneubau und der Auswahl des Architekturbüros war ich als Umweltreferentin nicht beteiligt, da noch nicht im Amt. Beide Beschlüsse sind sehr sorgfältig nach langer Abwägung gefasst worden, wie auch ausführlich in der Presse berichtet wurde. Eine Renovierung der alten Gebäude – die einzige Möglichkeit, die Bäume zu bewahren – wäre nicht gefördert worden und hätte die Stadt in nicht zu rechtfertigender Weise finanziell mehr belastet.
Keiner opfert den alten Baumbestand gern oder leichtfertig, auch die ambitionierten Planer nicht. Es gibt sehr überzeugende Pläne für das Grün auf dem Neuen Schulgelände. Es wird nicht mehr wie bisher die Winkel zwischen den Gebäudekomplexen füllen, sondern formt als gleichwertiges Element den Gesamteindruck der Anlage, z.B. durch die alle Schulen verbindende Magistrale in Ost-West-Richtung mit einer an die Lechauen erinnernden Pflanzenzusammenstellung und durch die Streuobstwiese südlich der Grundschulturnhalle.
Wo ich konnte, habe ich in meiner Eigenschaft als Stadträtin und Umweltbeauftragte Einfluss genommen: Die zu erhaltenen Bäume werden während der Bauphase geschützt, die Anzahl der zu fällenden wurde nochmals verringert. Eine mächtige Kastanie im Hof zwischen Real- und Mittelschule muss z.B. nicht weichen, nur weil an ihrer Stelle Schutt zwischengelagert werden sollte (!). Die Liste der Baumarten wurde erweitert, nicht heimische Arten (wie die Robinie) gestrichen.
Mir tut bekanntermaßen jede Fällung sehr weh. Großkronige Bäume lassen sich in Bezug auf ihre ökologische Bedeutung und ihre Optik durch Nachpflanzung eines jungen Bäumchens nicht reell, sondern nur auf s e h r lange Sicht ersetzen. Doch wie bereits ausgeführt, hätte nur die Ablehnung des Gesamtprojektes „Schulzentrum“ einen Eingriff in den Baumbestand verhindern können. Dies stand nicht zur Debatte und muss nun mit allen Konsequenzen durchgeführt werden.
Ich habe mir in München ein Bild von einem vergleichbaren Schulneubau des Büros Balda gemacht und fand ihn sehr überzeugend, weil ansprechend und in jeder Beziehung durchdacht. Auch der Landschaftsplaner hat eindrucksvolle, originelle Gestaltungen vorzuweisen, die sehr sensibel auf den jeweiligen Standort eingehen, und wird, so hoffe ich vertrauensvoll, auch in Schongau eine Lösung realisieren, die die schmerzlichen Verluste vergessen lässt.
Bettina Buresch
Kategorie: Allgemein
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Anmerkungen zu den Baumfällungen auf dem Schulgelände
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Mitglieder der Alternativen Liste bei den Grünen in Peiting
Gerne haben wir die Einladung der Peitinger Ortsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen angenommen und uns Ende Oktober im Gasthof Buchberger in Peiting zum Gedankenaustausch getroffen. Über Themen wie mehr Bürgerbeteiligung sowie die in Schongau und Peiting umstrittene Straßenausbau-Beitragssatzung wurde lebhaft und konstruktiv diskutiert. In Schongau hat sich die Stadtratsmehrheit bislang erfolgreich gegen den Erlass einer derartigen Satzung gewehrt. Die Peitinger haben sie bereits seit längerer Zeit. Die Grünen wollen jedoch die Ausbaubeiträge abschaffen und streben Schongauer Verhältnisse an.
Durch vorliegende Recherchen hat sich des Weiteren ergeben, dass die Regelung der Tempo-30-Bereiche in Peiting noch wenig Systematik erkennen lässt. Die Peitinger Grünen wollen sich deshalb vehement für eine Verbesserung dieser unbefriedigenden Situation einsetzen. Nach Ansicht der Grünen sollen weitere verkehrsberuhigte Bereiche entstehen und die bereits festgestellten Defizite und Ungereimtheiten minimiert werden. Der Marktgemeinderat wird sich demnächst mit dieser Thematik beschäftigen. -
Bäume pflanzen ohne Grundstück – Guerilla Gardening geschummelt
Die herbstliche Erntezeit macht mir immer Appetit auf mehr. Mehr Obst, mehr Baum, mehr Grün. Da fiel mein Blick auf den freien Streifen Grünland am Fußweg vor meinem Grundstück. Mein eigener Garten ist zu eng für weitere grosse Apfelbäume. Die Sammelbestellung des Kreisverbands für Gartenbau war auch noch verlängert worden. Gedacht und getan! Nur ein kurzer Anruf bei Klaus Thien vom Gartenbauamt der Stadt war nötig. Mein Vorschlag war, ich würde Pflanzung und Pflege der Bäume übernehmen. Nur drum rum mähen sollten bitte weiter die Stadtgärtner. Die Antwort kam prompt und positiv! Ja, „die Stadt“ würde es sogar begrüssen. Nur leider, und das Bedauern war ehrlich, der ausgesuchte Streifen muss offen bleiben. Zu viele Leitungen drunter. Sein nochmaliges Nachfragen, extra, denn er hatte bei den Stadtwerken schon früher nachgefragt, hat es bestätigt. Aber ein paar Meter weiter, der gleich zugesandte Ausdruck der digitalen Flurkarte zeigt es, da geht‘s. Dorthin kommen dahin ein Winterrambour, ein bayerische Weinbirne und ein Kaiser Wilhem-Apfel, alle als Hochstämme. Widerstandsfähig, grosswüchsig, aufrecht, wie ich mir Grün wüsche 😉
Ob ich davon berichten dürfte? Ja, kein Problem, es gäbe bereits einige Bürger, die so eine Art Patenschaft für kleine Ecken kommun(al)es Grün hätten.
Bleibt nur noch zu sagen: „Zur Nachahmung empfohlen!“
Carola Dempfle -
Kein Signal gegen TTIP-Abkommen im Stadtrat
CSU schlägt Nichtbefassung vor – und setzt sich damit knapp durch. Was in anderen Städten und Gemeinden auf großen Widerhall gestoßen ist und meist einstimmig bzw. mit großer Mehrheit beschlossen wurde, ist im Schongauer Stadtrat unerwartet gescheitert. Enttäuschend ist das insbesondere deshalb, weil wir mit unserem ALS-Antrag lediglich die bereits mit großer Mehrheit beschlossene Petition des Landkreises zu TTIP/CETA/TiSA und die ATTAC-Initiative gegen diese Freihandelsabkommen unterstützen wollten, um auch in Schongau ein Zeichen für den Erhalt der kommunalen Selbstverwaltung zu setzen.
Was sich immer mehr abzeichnet: Diese geheim verhandelten Abkommen werden tiefgreifende Auswirkungen auf die kommunale Selbstverwaltung haben. Das trifft insbesondere auf das Dienstleistungsabkommen TiSA zu, das den Handel mit Dienstleistungen vorsieht, die bisher weitgehend (noch!) in kommunaler Hand sind.
Städtische Dienstleistungen, die wir sehr schätzen und die uns einen Service zu fairen – teils sogar ermäßigten – Preisen bieten, künftig privaten Investoren und großen Konzernen zu überlassen, kann nicht unser Ziel sein. Die Umsetzung von TiSA bedeutet nämlich – nach allem, was inoffiziell bereits durchgesickert ist – dass private Unternehmen, die nach kommerziellen Erwägungen agieren, in das Recht der Kommunen zur öffentlichen Daseinsvorsorge eingreifen können. TiSA soll ermöglichen, dass die bislang auf das Gemeinwohl ausgerichteten kommunalen Aufgaben in Zukunft auch von anderen Betreibern übernommen werden können – d. h. gewinnorientiert und damit insbesondere zum Wohl privater Investoren.
Zur Disposition stehen dabei Bereiche wie die Trinkwasserversorgung sowie Schulen, Kultureinrichtungen, öffentliche Verkehrsbetriebe, Krankenhäuser usw.
Bei unserem Einsatz für den Erhalt von Strukturen, die sich am Gemeinwohl orientieren, sollten wir uns auch keinen Maulkorb* verpassen lassen, wie dies der Wissenschaftliche Dienst der Bundesregierung vor einigen Monaten versucht hat, damit aber auf heftigen Widerstand gestoßen ist.
Das mutige Signal zu verstärken, das von anderen Orten unseres Landkreises (Prem, Böbing, Wildsteig, Steingaden …) ausging, wäre ein klares Zeichen gewesen, dass wir nicht bereit sind, dieses undemokratische, von Wirtschaftslobbyisten geheim ausgehandelte Abkommen zu akzeptieren.
Aber eine knappe Mehrheit von 11 zu 10 (alle anwesenden Ratsmitglieder der CSU und UWV sowie Bürgermeister Sluyterman als »Zünglein an der Waage«) wollte sich mit unserem Antrag nicht einmal befassen.
Sigi Müller
*Der »Maulkorb« vom Wissenschaftlichen Dienst der Bundesregierung im Wortlaut:
»Weder den Gemeinderäten noch den Kreistagen stehen Befassungs- oder Beschlusskompetenzen im Hinblick auf eine politische Erörterung oder Bewertung der geplanten Freihandelsabkommen zu.« -
Nachbetrachtung zur Badeinsel am Lido
bin ich mit meiner Zustimmung zu dieser Neuanschaffung in Höhe von einigen Zehntausend Euro einigermaßen im Reinen: die Leute haben Spaß und einige schwimmen mit dem festen Ziel vor Augen doch ein paar Meter mehr als ohne.
Was mir nach wie vor missfällt, ist Material und Farbe. „Müllsackblaues“ Plastik – gegen diese Entscheidung hatte ich mich, leider vergeblich, gestemmt. Viel zu wenig Mühe und Zeit wurde auf die Auswahl der Farbe verwendet und die macht doch wirklich den Gesamteindruck aus. Ich bleibe dabei: dieses Blau passt überhaupt nicht zum schönen Lechgrün. Die Alternative „Natur“ hätte den Ton der Kiesel am Ufer gehabt und sich somit mehr in die Umgebung eingefügt.
Angeblich wäre eine Holzkonstruktion viel zu teuer geworden. Sollte das so sein, ist es sehr bedauerlich, muss aber bei solch einem „Luxusprojekt“ akzeptiert werden. Die weiteren Gegenargumente Rutschgefahr, Spreißel, u.ä. hielt ich allerdings für übertrieben vorsichtig und vernachlässigbar.
Viele berichten nun, der Kunststoff sei im Kontakt nicht angenehm. Ein traditioneller Holzsteg dagegen riecht gut, fühlt sich gut an, sieht gut aus. Zu bedenken ist: Holz muss regelmäßig gepflegt, d.h. gestrichen werden, und in „handelsüblicher“ Farbe sind immer auch schädliche Komponenten.
Ein Nebeneffekt der Neuerwerbung ist die Verdeutlichung des brutalen Schwellbetriebs: Bei starkem Absenken des Pegels wird der Steg zur Rutsche. Er ist zu kurz, der Winkel wird immer steiler.
Der Lido ist durch Steg und Insel sicher attraktiver geworden – für Einige. Die Anderen liebten ihn so wie er war: ein einfacher, ruhiger, naturnaher Badestrand, für die Einheimischen gut erreichbar. Ich bin immer mit dem Radl da. Viel zu viele kommen mit dem Auto. Weitere Attraktionen machen nicht nur dem Spaßbad „Plantsch“ Konkurrenz sondern verschärfen auch den Verkehr auf der Colmarer- und Lechuferstraße. Die Parkpätze sind begrenzt.
Bettina Buresch -
Neue Zuschussrichtlinien für Vereine und Organisationen
Der Stadtrat hat beschlossen, zukünftig Vereinen und Organisationen für Investitionsmaßnahmen an Gebäuden und dazugehörigen Betriebseinrichtungen auf Antrag Zuschüsse in Höhe von 20% der nachgewiesenen Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 25.000 € zu gewähren. Die Antragsteller können den Zuschusshöchstbetrag innerhalb von 10 Jahren maximal zweimal in Anspruch nehmen.
Die Alternative Liste hat eingefordert, dass nur ortsansässige Vereine (und Organisationen) bedacht werden und der Zuschuss von 20% nur vom Eigenanteil der tatsächlichen und nachgewiesenen Kosten bezahlt wird, also nach Abzug aller anderen Fördergelder, die der Antragsteller erhalten hat.
Dieser Beschluss gibt dem Gremium mehr Souveränität im Umgang mit beantragten Zuschüssen. Bisher musste die Stadt jedem Antragsteller, sooft der um Zuschuss bat und ungeachtet der Höhe der Investitionssumme 20% davon gewähren. Diese Verpflichtung führte zu unkalkulierbaren Belastungen des Haushalts.
Es bleibt bedürftigen Antragstellern unbenommen, um Unterstützung in notwendiger Höhe zu bitten. Die Zustimmung liegt jeweils im Ermessen des Stadtrats.
Die Entscheidung, „Zuschussrichtlinien“ festzulegen, wurde nach Diskussionen um besonders hohe und/oder häufig beanspruchte Zuschüsse gefordert, getrieben von der Sorge um die Finanzkraft der Stadt. Die bisherige Praxis musste insbesondere durch den Anspruch der Gleichbehandlung zu Ende gedacht und überarbeitet werden. Der Beschluss ist begrüßenswert, denn er gibt mehr Planungssicherheit.
Bettina Buresch
